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Sonntag, 6. Mai 2012

Inkontinenz




Inkontinenz-
form
Ursachen/Merkmale
Therapie
Pflege
Stress-
inkontinenz
(Belastungs-
inkontinenz)
Merkmale:
- verliert bei abdomineller Druckerhöhung unwillkürlich Urin
à körperliche Anstrengung beim Husten oder Pressen, Wechsel von Liegen und Stehen
Ursachen:
- Störung des Blasenverschlusses
bei der Frau :
- nach der Schwangerschaft à Senkung der Gebärmutter erhöht Druck auf Blase
- Östrogenmangel in der Menopause
beim Mann :
- zeitlich begrenzte postoperative Erscheinung nach Prostatektomie (Prostataentfernung)
- Gabe von Östrogenzäpfchen
- vaginale Elektrostimulation des Beckenbodens
- Blasentraining
-Beckenbodentraining
-Gewichtsre-
duktion hilft Beckenbodenmuskulatur zu entlasten
- Atemtechniken erlernen
- anstrengenden Bewegungen des Pat. vermeiden
Drang-
Inkontinenz
Merkmale:
- schon nach geringer Blasenfüllung starkes Harndranggefühl
Ursachen:
- Schädigung des zentralen Miktions- zentrums
à Entleerungsimpuls wird nicht gehemmt
- Harnwegsinfekte, Blasensteine, Kaffee- und Tabakkonsum
- medikamentöse Gabe von krampflösenden Mitteln
- Blasentraining
- Kaffee- und Tabakkonsum kontrollieren
- Entleerungsimpulse notieren und ggf. Ent-
leerungszeiten festlegen
Misch-
inkontinenz
Ursache:
- unfreiwilliger Harnverlust im Zusammenhang mit Harndrang und Belastung
- Blasentraining
-Beckenbodentraining
- siehe Stressinkontinenz
Inkontinenz bei chronischer Harn-
retention
Merkmale:
- unvollständige Blasenentleerung
- mit und ohne unfreiwilligen Harnverlust
Ursache:
- Tumor, Blasensteine, vergrößerte Blase
- verletztes Reflexzentrum im Rückenmark
- operative Entfernung oder medikamentöse Behandlung
- direkte Stimulation der Blase
- siehe allgeimes
Extra-
urethrale Inkontinenz
Merkmale:
- Harn fließt nicht nur über Harnröhre nach außen
- sondern auch in die Vagina, den Darm oder an die Hautoberfläche
Ursache:
- Harnblasen-/Harnleiter-Fistel
- Blasen-Darm-Fistel à Patient berichtet über Luftblasen im Urin beim Wasserlassen
- operative Entfernung der Fistel
- siehe allgemeines
Unkategori-
sierbare Inkontinenz
- unfreiwilliger, Urinverlust
- ist aufgrund seiner Symptome und Befunde nicht zuzuordnen

- siehe allgemeines



















































Therapie

Blasentraining

-          Form der Verhaltenstherapie, um falsche Ausscheidungsgewohnheiten zu korrigieren
-          Ziel: Blasenkapazität zu erhöhen, Fähigkeit den Harndrang zu unterdrücken, Ausscheidungsintervalle von 3-4 Sunden werden angestrebt
-          Individueller, zeitgebundener Ausscheidungsplan wird erstellt
-          Spürt Patient schon vorher ein Harndranggefühl à Pat. Setzt sich hin, atmet tief durch und versucht Miktion zu unterdrücken

Beckenbodentraining

-          Kann bei Stressinkontinenz medikamentöse Behandlung vermeiden

-          Ohne unterstützende Technik:

-          Pat. wird aufgefordert sich gedanklich sich Harntropfen vorzustellen und diesen durch leichte Anspannung des urethralen Sphinkters anzuhalten und loszulassen
-          Bei richtiger Anwendung erkennt man keine äußerliche Anspannung
-          Es gibt noch viele weitere Anwendungen

   -      Mit unterstützender Wirkung

-          Es werden Elektrostimulation, Biofeedback und Vaginalkonen eingesetzt
-          Elektrostimulation à Elektroden übertragen elektr. Reize auf Beckenbodenmuskulatur, dadurch wird diese trainiert
-          Biofeedback à misst elektrische Aktionspotentiale und gibt Rückmeldung über Erfolg
-          Vaginalkonen à mit kegelförmigen Gewichten soll das herausrutschen verhindert werden, indem die Beckenbodenmuskulatur angespannt wird

Direkte Stimulation

-          Triggern
-          Suprapubische Region wird wird mit den Fingern beklopft, solange bis Urin fließt
-          Hört Miktion auf wird wieder geklopft
-          Man benötigt viel Zeit und Ausdauer


Pflege - Allgemeines

Gewichtsreduktion à kann Stressinkontinenz günstig beeinflussen, da Gewicht vom Beckenboden genommen wird

Obstipationsprohylaxe à starkes Pressen bei der Defäkation erhöht den Druck auf den Beckenboden

Flüssigkeitszufuhr à bei Patienten die bewusst die Trinkmenge reduzieren (um weniger Harndrang zu haben) gehen Gefahr der Dehydration und stärker konzentrierten Urin ( der die Haut um den Genitalbereich schädigt ) ein. Die Patienten sollen immer viel trinken und ab 19 Uhr nicht mehr so viel (vor allem Patienten die nachts oft auf WC müssen)

Hautreinigung à regelmäßige Reinigung, Kontrolle des Inkontinenzmaterials

Hautpflege à auf Hautsituation achten und entsprechendes Pflegeprodukt nutzen

Schutz der Haut à Schutz vor Feuchtigkeit, fettfreie Creme/Salbe anwenden

Atemtechniken à bei Stressinkontinenz wird bei Belastungen Urin verloren (z.B. Gang auf die Toilette); mit bestimmten Atemtechniken kann der Harndrang unterdrückt werden



Freitag, 4. Mai 2012

Keuchhusten

Allgemeines


Keuchhusten (Pertussis) ist eine sehr ansteckende, bakterielle Infektionskrankheit, die meist als Kinderkrankheit auftritt und meist mit einer Entzündung der Atemwege und charakteristischen Hustenanfällen einhergeht und Immunität hinterlässt


Ursachen

  • Erreger ist ein sehr kleines, unbewegliches, grammnegatives, bekapseltes, aerobes Stäbchen (Bakterie)
  • Infektionsquelle ist der Mensch 
  • Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion 
  • Eintrittspforte liegt an der Schleimhaut der oberen Atemwege 
  • Erreger setzen beim Stoffwechsel Gifte (Endotoxine) frei 
  • Örtlich kommt es zu Entzündung vor allem des Kehlkopfes und der Luftröhre
  • Später Schleimbildung der Erreger eine starke Einengung der Atemwege mit tiefergehenden Entzündungen um die Bronchien
  • es kann sich eine Lungenentzündung ausbilden

Symptome

Inkubationszeit von ca. 7-14 Tagen


Stadien: 

1. Stadium catarrhale
  • grippeähnliche Symptome wie Schnupfen 
  • leichter Husten 
  • allgemeine Schwäche und mäßiges Fieber
2. Stadium convulsivum
  • sehr starke Husten tritt vor allem nachts auf mit Anfallsartigen Hustenstößen 
  • Husten geht häufig mit dem Hervorwürgen von zähem Schleim einher 
  • hörbares, ziehendes oder krähendes Einatmen 
  • glasiger Schleim durch Würgen oder Erbrechen 
  • Rötung und bläuliche Verfärbung mit Gedunsenheit des Gesichtes 
  • Blutungen an der Augenbindehaut, später auch aus der Nase, Schwellung der Halsvenen, Schweißausbruch
3. Statium decrementi
  • bronchitischen Genesungsstadium
  • allmähliches Abklingen des Hustens

Therapie

  • bei gesicherter Diagnose Antibiotika (Erythromycin oder anderes Makrolid, Cotrimazol) über 5-10 Tage.
  • Symptomatisch hustenreizstillende und beruhigende Medikamente 
  • Ruhige Umgebung, reichlich Flüssigkeit und häufig kleine Mahlzeiten können die Therapie wirksam unterstützen


Dienstag, 17. April 2012

Demenz

Demenz


Demenz ist eine komplexe neuropsychologische Störung, die immer eine Gedächtnisstörung einschließt, zusätzlich jedoch mindestens eine weitere Beeinträchtigung im Bereich der so genannten höheren kortikalen Funktionen aufweist.


Neurodegenerative Demenzformen


Alzheimer-Krankheit

Eine sichere Ursache der Veränderung der Gehirnzellen und ihrer Verknüpfungen bei der Demenz vom Alzheimer-Typ ist noch nicht identifiziert. Die "Plaques" sind deren äußeres Zeichen.

Pick-Krankheit

Diese Krankheit, auch Frontotemporale Demenz genannt, gehört zu den selteneren Formen der Demenzformen nach einer Zellveränderung im Gehirn. Sie wird im Anfangsstadium häufig mit psychischen Störungen verwechselt, weil sich viele Betroffene auffällig (emotional verändert) verhalten während ihr Gedächtnis zunächst erhalten bleibt.

Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt im Verlauf der Alzheimer-Krankheit und hat auch ähnliche Ursachen: In den Nervenzellen des Gehirns lagern sich Eiweißreste ab, die vom Körper nicht abgebaut werden können. Diese Einschlüsse sind jedoch viel seltener als die Alzheimer-Plaques. Sie lösen häufig schon im frühen Stadium Sinnestäuschungen aus.



Endokrinologische Demenzen

(Ursache: Stoffwechselstörung)
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Infektiöse Demenzen

(Ursache: Krankheitserreger)
  • Morbus Creutzfeldt-Jakob (Demenzform, die mit heftigem Muskelzucken einhergeht)
  • HIV-Enzephalopathie
  • Neuroborreliose

Toxische Demenzen

(Ursache: Giftstoffe)
  • Schwermetalle
  • Kohlenwasserstoffe (in Farblösungsmitteln)
  • Morbus Korsakow als Folge starken Alkoholabusus (daher auch = äthyltoxische Demenz = Wernicke-Korsakow-Syndrom)
  • medikamentös bedingte Demenz

Traumatische Demenzen

(Ursache: äußere Einwirkungen)
  • Verlust von Hirnsubstanz durch Unfälle
  • Dementia pugilistica, (= Boxer Demenz)
  • Tumore oder Gehirnoperationen 


Einteilung nach Schweregraden


leichte Demenz

Erste geistige Defizite, vollständig selbständiges Leben möglich:
  • Vergesslichkeit
  • Zeitliche Orientierungsschwierigkeiten

mittelschwere Demenz

Zunehmender Verlust der geistigen Fähigkeiten, eingeschränkte Selbständigkeit:
  • Schwindende Rechen- und Problemlösungsfähigkeit
  • Handfertigkeitsstörungen (Haushalt, Ankleiden)
  • Erkennungsstörungen
  • Steigende Vergesslichkeit (Geburtstage, Medikamente)
  • Desorientierung (Zeit und Ort)
  • Sprachstörungen (besonders Sprachverständnis)
  • Vernachlässigung der Hygiene
  • Wahnvorstellungen (Bestehlungsideen, Vergiftungswahn)
  • komplexere Handlungen sind nicht mehr durchführbar
  • Kommunikation meist nur auf Gefühlsebene möglich
  • Lernen neuer Handlungen sind nicht mehr möglich

Schwere Demenz

Verlust der Alltagskompetenz mit völliger Pflegeabhängigkeit:
  • Gedächtniszerfall (auch Langzeitgedächtnis)
  • Mangelnde persönliche Orientierung
  • Erkennungsstörungen
  • Sprachzerfall (kaum mehr Satzbildung möglich)
  • Agnosie (auch Angehörige werden nicht mehr erkannt)
  • Inkontinenz
  • Es kommt zur Bettlägerigkeit und schließlich zum Tod 

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Bei Menschen mit Demenz gehen Orientierung, Sprache und die Logik verloren. Die Gefühle aber werden nicht dement, denn es bleiben Ängste, Zorn, Scham und das Bedürfnis nach Intimsphäre. Nehmen diese zu, gerät die/der Kranke unter Stress.
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Mittwoch, 14. März 2012

Mumps

Allgemein


Die klassische Kinderkankheit Mumps (lat. Parotitis epidemica) ist eine akute, virale Allgemeinkrankheit mit Kennzeichnung einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Erreger ist der Paramyxovirus parotitidis, dieser kann auch andere Organe befallen. Nach der Erkrankung besteht eine lebenslange Immunität.


Übertragung


Infizieren kann man sich durch Tröpfcheninfektion und Schmierinfektionen ( durch Urin, Kot und Muttermilch infizierter Mütter. Infizierte Menschen sind 2 bis 7 Tage vor und nach der Infektion ansteckend. Die Infektionsgefahr ist mit 80% sehr hoch.

Symptome



  •  Inkubationszeit von 16 - 18 Tage
  • Schmerzen beim Kauen 
  • Typisch abstehende Ohrläppchen
  • Ausführgang der Ohrspeicheldrüse gerötet
  • nach etwa 1 Woche gehen die Symptome zurück

Komplikationen

Zu den schlimmsten Komplikationen zählen Meningitis, Ertaubung und Hodenentzündungen.

Behandlung

Es gibt keine spezifische, antivirale Behandlung. Meist erfolgen schmerzlindernde und fiebersenkende Wärme- und Kälteanwendungen. Medikamentös wird Paracetamol und Ibuprofen angesetzt. Man sollte nur weiche Speisen essen (da Schmerzen beim Kauen) und auf säurehaltigen und Speisen und Getränke vermeiden ( regt den Speichelfluss an).

Vorbeugung

Als Impfung wird ein Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Mumpsviren verabreicht. Dieser Impfstoff sollte im  11 - 14 Lebensmonat injiziert werden und als Wiederholung im 15 und 23 Monat.

Masern

Ursachen

Masern (lat. morbilli) wird durch das Masernvirus verbreitet und ist eine weltweit akute Infektionskrankheit.

Die Viren befallen Nerven im Immun- und Nervensystem. Dieser Masernvirus überträgt sich durch Tröpfcheninfektion ( z.B. Husten, Niesen oder Sprechen), zudem bleibt der Virus bis zu 2 Stunden in der Luft ansteckend. Ansteckungslokalitäten sind die Schleimhäute der Atemwege und die Bindehaut des Auges. Der Ausbruch erfolgt nach einer Inkubationszeit von 8-10 Tagen.

Symptome

Bei dieser Infektion gibt es zwei arten von Symptomen; das Vorläuferstadium und das Exanthemstadium.

Vorläuferstadium-Symptome:
  • Fieber
  • Juckreiz
  • Abgeschlagenheit
  • Übelkeit 
  • Lichtempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen 
  • Bauchschmerzen
  • trockenes, bellendes Husten
  • tränende Augen

Exanthemstadium:

Hautausschlag, welcher hinter dem Ohr beginnt und

Diagnose

Diagnose wird anhand des Krankheitsverlauf gestellt, wenn aber dieser nicht eindeutig ist hilft meistens eine Blutuntersuchung. Masern-Antikörper sind 4 Tage nach dem Auftreten des Hautausschlages sicher nachweisbar.

Therapie


Es wird eine rein symptomatische Therapie empfohlen (keine Medikamente). Im Vordergrund stehen Schonung und Bettruhe (am besten mit abgedunkelten Räumen). Gegen, Fieber, Schmerzen und Husten kann man allerdings Medikamente einnehmen.
Wurde man nicht geimpft kann man sich bis zum 4. Tag nach Ausbruch der Infektion noch impfen lassen.

Komplikationen


Treten meist bei Kindern untern 5 Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren auf. Es kann zur Ausbildung einer Bronchitis und Lungenentzündung kommen, außerdem kann sich eine Gehirnentzündung bilden. In vielen fällen heilt sich die Masernenzephalitis (Gehirnentzündung), wenn dies jedoch nicht der Fall ist kommt es zu Krämpfen, epileptische Anfällen und Lähmungen.

Vorbeugung

Ein vollständiger Schutz ist durch eine zweimalige Impfung gewährleistet. Dabei erfolgt die erste Impfung bei einem Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite bei 13 bis 23 Monaten.