Dienstag, 17. April 2012

Demenz

Demenz


Demenz ist eine komplexe neuropsychologische Störung, die immer eine Gedächtnisstörung einschließt, zusätzlich jedoch mindestens eine weitere Beeinträchtigung im Bereich der so genannten höheren kortikalen Funktionen aufweist.


Neurodegenerative Demenzformen


Alzheimer-Krankheit

Eine sichere Ursache der Veränderung der Gehirnzellen und ihrer Verknüpfungen bei der Demenz vom Alzheimer-Typ ist noch nicht identifiziert. Die "Plaques" sind deren äußeres Zeichen.

Pick-Krankheit

Diese Krankheit, auch Frontotemporale Demenz genannt, gehört zu den selteneren Formen der Demenzformen nach einer Zellveränderung im Gehirn. Sie wird im Anfangsstadium häufig mit psychischen Störungen verwechselt, weil sich viele Betroffene auffällig (emotional verändert) verhalten während ihr Gedächtnis zunächst erhalten bleibt.

Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt im Verlauf der Alzheimer-Krankheit und hat auch ähnliche Ursachen: In den Nervenzellen des Gehirns lagern sich Eiweißreste ab, die vom Körper nicht abgebaut werden können. Diese Einschlüsse sind jedoch viel seltener als die Alzheimer-Plaques. Sie lösen häufig schon im frühen Stadium Sinnestäuschungen aus.



Endokrinologische Demenzen

(Ursache: Stoffwechselstörung)
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Infektiöse Demenzen

(Ursache: Krankheitserreger)
  • Morbus Creutzfeldt-Jakob (Demenzform, die mit heftigem Muskelzucken einhergeht)
  • HIV-Enzephalopathie
  • Neuroborreliose

Toxische Demenzen

(Ursache: Giftstoffe)
  • Schwermetalle
  • Kohlenwasserstoffe (in Farblösungsmitteln)
  • Morbus Korsakow als Folge starken Alkoholabusus (daher auch = äthyltoxische Demenz = Wernicke-Korsakow-Syndrom)
  • medikamentös bedingte Demenz

Traumatische Demenzen

(Ursache: äußere Einwirkungen)
  • Verlust von Hirnsubstanz durch Unfälle
  • Dementia pugilistica, (= Boxer Demenz)
  • Tumore oder Gehirnoperationen 


Einteilung nach Schweregraden


leichte Demenz

Erste geistige Defizite, vollständig selbständiges Leben möglich:
  • Vergesslichkeit
  • Zeitliche Orientierungsschwierigkeiten

mittelschwere Demenz

Zunehmender Verlust der geistigen Fähigkeiten, eingeschränkte Selbständigkeit:
  • Schwindende Rechen- und Problemlösungsfähigkeit
  • Handfertigkeitsstörungen (Haushalt, Ankleiden)
  • Erkennungsstörungen
  • Steigende Vergesslichkeit (Geburtstage, Medikamente)
  • Desorientierung (Zeit und Ort)
  • Sprachstörungen (besonders Sprachverständnis)
  • Vernachlässigung der Hygiene
  • Wahnvorstellungen (Bestehlungsideen, Vergiftungswahn)
  • komplexere Handlungen sind nicht mehr durchführbar
  • Kommunikation meist nur auf Gefühlsebene möglich
  • Lernen neuer Handlungen sind nicht mehr möglich

Schwere Demenz

Verlust der Alltagskompetenz mit völliger Pflegeabhängigkeit:
  • Gedächtniszerfall (auch Langzeitgedächtnis)
  • Mangelnde persönliche Orientierung
  • Erkennungsstörungen
  • Sprachzerfall (kaum mehr Satzbildung möglich)
  • Agnosie (auch Angehörige werden nicht mehr erkannt)
  • Inkontinenz
  • Es kommt zur Bettlägerigkeit und schließlich zum Tod 

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Bei Menschen mit Demenz gehen Orientierung, Sprache und die Logik verloren. Die Gefühle aber werden nicht dement, denn es bleiben Ängste, Zorn, Scham und das Bedürfnis nach Intimsphäre. Nehmen diese zu, gerät die/der Kranke unter Stress.
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