Sonntag, 16. Dezember 2012

Bewusstsein, Bewusstseinsstörung

Bewusstsein

Das Bewusstsein ist die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge, willkürlich gesteuerte und un willkürliche Vorgänge wie die Gedanken, Gefühle, Träume und die Wahrnehmung. Damit ist das Wissen um das eigene Ich u. der Subjekthaftigkeit der Person und des Erlebten verbunden. Bei klarem Bewußtsein besteht in der Regel die Orientierung über die eigene Person, den (Aufenthalts-) Ort, die Situation und die Zeit. Diese Orientiertheit kann einfach erfragt werden.

Funktion des Bewusstseins

Funktionen des Bewußtseins sind die Summe aller geistigen und seelischen Einzelfunktionen wie :
  • Aufmerksamkeit
  • Denkfähigkeit
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Merkfähigkeit/Gedächtnis
  • Reproduktionsfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit
  • Vorstellungskraft
  • Handlungsvermögen
  • Orientierungsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Empfinden und Äussern von Gefühlen und Sinneseindrücken
  • Träume im Schlaf


Bewusstseinsstörung

Bewußtseinsstörungen sind Störungen des menschlichen Lebens.



quantitative Störungen

Auch Vigilanzstörungen od. Störungen der Vigilanz (=Wachheit) genannt. Ursachen können akute exogene Psychosen, SHT (Schädel-Hirn-Trauma), Apoplexie, Medikamente oder Stoffwechselentgleisung sein.

Benommenheit:
  • Denken u. Handeln sind verlangsamt
  • örtlich, zeitlich und zur Person orientiert
Somnolenz:
  • abnorme Schläfrigkeit
  • ist jederzeit weckbar
  • erschwerte Orientierung
  • Beantwortung leichter Fragen noch mögl
Sopor:
  • schlafähnl. Zustand
  • nur durch starke Reize weckbar
  • keine Reaktion auf Ansprache
  • Schutzreflexe sind erhalten
Koma:
  • tiefe Bewußtlosigkeit in versch. Stufen
  • anfangs noch Reaktion auf Schmerzreize, Schutzreflexe noch vorhanden
  • bei schweren Formen keine Reaktion mehr, schlimmstenfalls Ausfall der Atmung bei erhaltener Herzaktion
Der Schweregrad wird am Coma- Score gemessen = standardisierte Einschätzung des Schweregrades einer Bewusstseinsstörung. Kriterien sind verbale Reaktion, Augen öffnen, motorische Reaktion, motorische Reaktion auf Schmerzreize.




quantitativer Stadien


am Verhalten und den Äußerungen des Patenten sind veränderte Bewusstseinsinhalte zu erkennen

Bewusstseinseinstrübung:
  • mangelnde Klarheit des Erlebens
  • Patient ist verwirrt und desorientiert (akute exogene Psychose)
Bewusstseinseinengung:
  • Reduktion der Bewusstseinsinhalte
  • es erscheint nur noch ein kleiner Ausschnitt des Gesamterlebten im Bewusstsein
  • Patient wirkt fasziniert durch eine einzige Sache
  • er spricht auf Außenreize nur vermindert an (akute exogene Psychose)
Bewußtseinsverschiebung:
  • Gefühl einer allg. Intensitätssteigerung (Wachheit, Wahrnehmung, Erkenntnis),
  • Pat. wirkt ekstatisch, er schildert umfassende Erkenntnisse u. Einsichten (Manie, Drogen, Schizophrenie)

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