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Freitag, 12. Oktober 2012

Sturzprophylaxe


Sturzprophylaxe

Als Sturzprophylaxe bezeichnet man alle Maßnahme um Stürze vorzubeugen. Viele Maßnahmen führen wir unbewusst aus. Doch besser ist es die Sturzprophylaxe bewusst durchzuführen die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten.

Sturzursachen

  • Plötzliche Erkrankungen wie Herzinfarkt, apoplexischer Insult
  • Störung der Körperhaltung
  • Verzögerung des Balancereflexes
  • Plötzlicher Bewusstseinsverlust
  • Sehstörungen
  • Verwirrtheitszustände
  • Psychische Veränderungen
  • Benommenheit und Unruhezustände durch Medikamente
  • Stolperfallen
  • Zu lange Kleidung
  • Schlecht sitzende Schuhe
  • Veränderungen im Krankenzimmer

Gefährdete Patienten

  • Alter über 70 Jahre
  • Medikamente
  • Weibliche
  • Reduzierter Allgemeinzustand
  • Behinderte
  • Immobile und Inaktive
  • Post-Fall-Syndrom

Post-Fall-Syndrom

Personen die bereits einmal gestürzt sind, entwickeln eine Sturzphobie. In diesem Fall spricht man von dem Post-Fall-Syndrom. Die Angst erneut zu stürzen vermeiden es die Personen sich im großen Ausmaß zu bewegen. Dies führt unter anderem zur Verschlechterung des Bewegungsablaufs.

Ziele der Sturzprophylaxe

  • Patienten die Angst vor Bewegung zu nehmen
  • Sicherheit geben
  • Pflegerische Maßnahme
  • Motivation zur Bewegung
  • Geplante Mobilisation
  • Allgemeine Bewegung
  • Polsterung von Hüftknochen
  • „Sturztraining“ Anleitung zum Verhalten bei Schwindel
  • Rufanlage, um Gehen in Begleitung zu ermöglichen

Kontrakturprophylaxe


Kontrakturprophylaxe

Um Kontrakturen bei bettlägerigen Patienten vorzubeugen wird die Kontrakturprophylaxe eingesetzt. Der erste Maßnahme der Kontrakturprophylaxe ist es sich bewusst zu machen wie wichtig die diese Prophylaxe ist. Denn eine bereits aufgetretene Kontraktur bleibt für den Rest des Lebens.
Definition Kontraktur
Dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen und Bändern mit bleibender Gelenkversteifung

Ursachen von Kontrakturen

  • Immobilität, Bettlägerigkeit
  • Inaktivität
  • Lähmung
  • Schonhaltung bei chronischen Schmerzen
  • Großflächige Narben

Ziele der Kontrakturprophylaxe

  • Sicherstellung und Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit durch:
  • Aktive und passive Bewegungsübungen
  • Regelmäßiges umlagern der Gelenke

Maßnahmen der Kontrakturprophylaxe

  • Beobachtung der Bewegung, um eine beginnende Bewegungseinschränkung rechtzeitig zu erkennen.
  • Mobilisation, aktive und passive Bewegungsübungen
  • Lagern in physiologischer Mittelstellung und wechselnde Lagerung
  • Zusammenarbeit mit der physikalischen Abteilung
  • Ausreichende Schmerzmedikation
  • Verzicht auf Weichlagerung
  • Motivation zur Aktivität
  • Gezielter Einsatz von Hilfsmittel 

Freitag, 4. Mai 2012

Soorprophylaxe

Allgemeines


Soor = vermehrtes auftreten der Bakterienart "Candida albicans" in der Mundhöhle
  • auch "Candidose" genannt
  • ist eine Pilzinfektion
  • siedelt sich meist auf schon geschädigter Schleimhaut an 
  • kann sich bis Verdauungstrakt und Atemwege ausweiten

Symptome

  • weisse bis gelbliche, kleinfleckige, zum Teil ineinanderfliessende Belag der Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich
  • Mundgeruch
  • Pelzigkeitsgefühl
  • Lymphknotenschwellung
  • Schmerzen, die Schluckbeschwerden und bei Säuglingen Trinkschwäche auslösen
  • Geschmacksstörungen
  • Aufweichung des Gewebes und Erosionen mit Blutungen


Risikofaktoren



  • Mundtrockenheit z.B. durch längeres Atmen durch den offenen Mund (bei Atemnot, Rhinitis oder Schlaf-Apnoe)
  • Schlechter Allgemeinzustand, besonders bei Abwehrschwäche und Vorerkrankung der Mundhöhle
  • Zuckerhaltige Ernährung – Zucker begünstigt Soorwachstum
  • Antibiotikaeinnahme
  • Diabetes mellitus

Maßnahmen

  • Regelmäßige Mundhygiene, um Speisereste zu entfernen
  • Viel trinken, um Mundschleimhaut feucht zu halten
  • Speichelfluss anregen durch gründliches Kauen (ggf. möglichst zuckerfreie Kaugummi, Gummibärchen u.ä. anbieten bzw. über die Angehörigen besorgenlassen)
  • auf Anordnung prophylaktisch ein lokales Antimykotikum geben
  • Anfeuchten der Mundhöhle bzw. Mundspülung (aber nicht mit Kamille, da dies die Schleimhaut der Mundhöhle austrocknet)
  • Lippen eincremen



Mittwoch, 2. Mai 2012

Intertrigoprophylaxe


Allgemein


  • Intertrigo = juckenden und nässenden Hautdefekten in Hautfalten


Gefährdete Körperstellen


  • unter den Brüsten
  • in den Bauchfalten
  • in der Leiste
  • Innenseiten der Oberschenkel
  • in der Analfalte
  • in der Dammregion
  • Zwischenräume der Finger & Zehen
  • in den Achselhöhlen
  • bei bestehenden Kontrakturen: in den Ellenbeugen
  • hinter den Ohren
  • Hals bzw. Kinnfalte (bei Adipositas)


Risikofaktoren


  • übermäßiges Schwitzen bei Adipositas, Diabetes mellitus, Fieber, Hyperthyreose, veg. Dystonie, Apoplex, M. Parkinson
  • bei Inkontinenz
  • falsche Hautpflege (nicht gut abgetrocknet)
  • Bettlägerigkeit, insbesondere in Zusammenhang mit Spastiken, Lähmungen, Kontrakturen, reduziertem Allgemeinzustand, Fixierung


Maßnahmen

  • Mobilität erhalten und fördern
  • Hautbelüftung ermöglichen
  • Hilfe bei Lagerung
  • luftdurchlässige Bekleidung
  • Vorlagen ohne Plastik oder qualitativ hochwertige Schutzhosen
  • häufige Kontrolle auf Einnässen
  • evtl. Hautschutzprodukte anwenden 
  • Hautfalten trocken halten
  • Hautpflege optimieren
  • regelmäßige Waschungen ohne Zusätze oder mit auf Hauttyp abgestimmten Präparaten
  • nicht zu heisses Wasser benutzen




Dehydrationsprophylaxe



Allgemein


  • Dehydratation / Exsikkose = Austrocknung
  • Wasser fehlt im extrazellulären Raum des Körpers
  • hohen Flüssigkeitsverlusten zur Austrocknung des Körpers = dem Funktionsverlust von Organen
  • normale Flüssigkeitsbedarf liegt bei 1.5 Litern - 2,0 Litern am Tag


Feststellen der Dehydration

  • zunehmende Verwirrtheit und allgemeine Schwäche
  • Durstempfinden ist herabgesetzt
  • trockene Schleimhäute
  • verminderte Urinausscheidung
  • der Urin flockig und trüb 
  • rascher Gewichtsverlust 
  • Obstipation 
  • erhöhter Puls 
  • hypotonischer Puls
  • vermindertem Hauttugor


Maßnahmen


  • Zuwendung und Anleitung der Patienten
  • verordnete Infusionen
  • (eigenständiges) reichliches Trinken
  • kann auch über Lebensmittel zugeführt werden




Aspirationsprophylaxe


Allgemein
  • Aspiration = Verschlucken 
  • dem An-/Einatmen von Nahrung, Speichel, Erbrochenem vorzubeugen 
  • Abwendung von Erstickungsgefahr und der Vermeidung einer aspirationsbedingten Lungenentzündung



Gefährdete Personengruppen

Personen...
  • die längere Zeit nichts gegessen haben oder intubiert waren
  • an neurologischen Schädigungen leiden, etwa einem Schlaganfall
  • dementiell erkrankt sind
  • bettlägerig sind
  • sich häufig übergeben
  • über eine transnasale Magensonde ernährt werden
  • bei denen ein Tracheostoma vorhanden ist


Maßnahmen


  • beim Essen den Patienten hochlagern
  • nach dem Essen Patienten mindestens 30 min hochgelagert lassen
  • während Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme Patienten beobachten
  • Konsistenz der Nahrung sollte breiig und weich sein
  • nach dem Essen Wangentaschen  entleeren
  • eventuell Absaugen


Dienstag, 24. April 2012

Pneumonieprophylaxe


Definition

  • Pneumonie = Lungenentzündung
  • Es handelt sich also um pflegerische und medizinische Maßnahmen, die vor allem bei bestehenden Risikofaktoren die Entstehung einer Lungenentzündung verhindern sollen.


Atemgymnastik

  • Patienten zum tiefen Atmen und zur Nasenatmung aktivieren 
  • 5-Minuten-Aktivierung: Mit Patient im Stehen "Äpfelpflücken" üben 
  • mit Hilfsmitteln: Luftballons aufpusten, Wattebausch/Tischtennisball über einen Tisch pusten, kleines Windrad blasen bis es sich dreht, Seifenblasen machen, Spezialgeräte aus Röhren und leichten Kugeln wie z.B. Mediflow®, Triflo®, Coach® 
  • Einüben von Atemtechniken:Bauchatmung (Hände auf den Bauch), Thoraxatmung (Hände seitlich), Flankenatmung (Hände in Nierengegend). Der Patient soll dabei zu den Händen hinatmen. 

Atmungsunterstützende Lagerung

  • Alle 1 bis 2 Stunden Lagewechsel zwischen links-rechts -> vermeidet Sekretfestsetzung 
  • Halbmondlagerung und/oder VATI-Lagerungen fördern die Belüftung beider Lungenflügel 
  • Oberkörper hoch lagern, Seitenlagerung (ermöglicht Sekretabfluß in große Bronchien) 
  • bei mobileren Patienten: Vergrößerung der Atemfläche durch den Kutschersitz 
  • Beachte: Die Lagerungen sollten den Patienten nicht überfordern!! 


Sekretlockerung

  • zum Aushusten auffordern 
  • durch Hochlagerung des Oberkörpers und Sitzen am Bettrand wird das Abhusten erleichtert. Dem Husten geht eine tiefe Inspiration (Einatmung) voraus. 
  • nach Abdominal- oder Thoraxoperation Abhusten unterstützen: flache Hand auf Operationswunde legen 
  • Tief einatmen, wenig ausatmen. 
  • Patient soll sich hinsetzen, 
  • Knie- Gesäßmuskeln anspannen, 
  • kurzes leichtes Hüsteln und dabei "HÜFF" sagen 
  • Sputum auffangen (Diagnostik und Hygiene), z.B. mit Taschentuch, Nierenschale, Sputumbecher


Freitag, 23. März 2012

Thromboseprophylaxe

Allgemeines

Als Thrombose bezeichnet man den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Gerinnsel bzw. einen Thrombus. Es wird zwischen arterieller oder venöser Thrombose unterschieden. Ein klassisches Beispiel ist die tiefe Beinvenenthrombose: die schlimmste Komplikation ist die Lungenembolie. Ein Thrombus kann ein Blutgefäß teilweise oder ganz verschließen. Dieser Zustand führt zur Unterversorgung des zu versorgenden Gewebes (Infarkt).

Virchow-Trias

Verlangsamter Blutstrom à durch Bettruhe, Lähmung, ruhigstellende Lagerungen, Schonhaltung, Flüssigkeitsmangel

Gefäßwandschäden à Schädigung der Gefäßinnenwand durch Verletzungen, Quetschungen, Operationen

Erhöhte Gerinnungsneigung à bei Vermehrung der Gerinnungsfaktoren beispielsweise nach großen Operationen, Verbrennungen

Wichtige Techniken der Thromboseprophylaxe

Lagerung
  •          Beine hochlagern Schaumstoffkissen
  •           Fußteile des Bettes erhöhen
  •           Beine nicht überkreuzen
  •           keine Abknickungen in Knie- und Hüftgelenk


Gymnastik
  •           Füße kreisen
  •           Füße heben und senken, Knie anziehen und strecken
  •           Beine aufstellen und strecken
  •           Anspannung der Wadenmuskulatur


Flüssigkeitszufuhr
  •          Patient auf die Notwendigkeit des Trinkens hinweisen (2 l. am Tag)
  •           kontinuierlich Trinken anbieten und ermöglichen


Anti-Thrombosestrümpfe
  •           Strümpfe müssen an den Patienten angepasst werden, geschieht durch vorheriges abmessen
  •           vor dem Anlegen sollen die Beine 20-30 Minuten hochgelagert werden, damit sie entstaut sind 
  •      tägliche Hautbeobachtung und Pflege des Beines
  •           alle 2 bis 3 Tage oder bei Verschmutzung sollen die Strümpfe gewechselt werden

Ausstreichen der Beine
  •           beim Waschen Beine Herzrichtung waschen (austreichen)