Dienstag, 18. Dezember 2012

Körpertemperatur

Körpertemperatur

Als Körpertemperatur bezeichnet man die Temperatur, die am bzw. im menschlichen Körper gemessen werden kann. Man unterscheidet eine Kerntemperatur und eine Schalentemperatur.


Schalentemperatur


Die Schalentemperatur an der Haut und den Gliedmassen ist niedriger als die Kerntemperatur.Sie kann 28 - 33 Grad Celsius betragen. Das wird von der Durchblutung und der Umwelttemperatur bestimmt und schwankt daher stärker als die Kerntemperatur. An heissen Tagen oder durch schwitzen kann die Schalentemperatur höher sein als die Kerntemperatur.


Kerntemperatur


Die Kerntemperatur, die in den stoffwechselintensiven Organen des Rumpfes und des Schädels herrscht, beträgt 37° Celsius. Bei dieser Temperatur laufen die nötigen Stoffwechselaktionen in einem für den Organismus günstigen Tempo ab. Dieses Tempo wird bei einer Temperatursenkung verlangsamt und beschleunigt sich bei einer Temperaturerhöhung. Bei allen Stoffwechselvorgängen im Körper wird Wärme produziert. Jede Zelle ist aufgrund ihrer Beteiligung am Gesamtstoffwechsel (Metabolismus) ein mehr oder weniger großer Energie- bzw. Wärmelieferant. Die Quantität der Wärmeproduktion einer Zelle ist abhängig von deren Stoffwechselintensität. Nährstoffe, wie Fett, Kohlenhydrate, Eiweiße, werden mit Hilfe von Sauerstoff verbrannt. Die Zellen der Skelettmuskulaturbeispielsweise haben wegen ihrer enormen Menge und Stoffwechselintensität eine große Bedeutung bei der Wärmeproduktion.

Der Körper versucht mit Hilfe bestimmter Regulationsmechanismen eine Kerntemperatur von 37°C im Körper zu halten, wobei Tagesschwankungen bis zu 0,5°Celsius Normal sind.

Für die Erhaltung einer konstanten Körpertemperatur sorgen folgende Mechanismen:


Chemische Thermoregulation:

  • Kleidung
  • Raum-Heizung
  • Luftbewegung
  • Durchblutung


Physikalische Thermoregulation:

  • Ausscheidung (Schwitzen)
  • Körperoberfläche (Haut)
  • Atmung

Regulation der Körpertemperatur

Die Körpertemperatur wird im Wärmeregulationszentrum, des Hypothalamus, gesteuert. Dieser vergleicht den Ist-Wert der Thermorezeptoren mit dem Sollwert im Hypothalamus, und leitet entsprechende Maßnahmen zur Angleichung ein (also Wärmeabgabe / Wärmeproduktion).


Hypothermie

Das Absinken der Körpertemp. unter 35°C wird als Hypothermie bezeichnet. Lebensgefahr besteht bei unter 30°C Kerntemperatur.

Die Ist-Temperatur ist unter dem angegebenen Soll-Wert im Hypothalamus. Der Hypothalamus leitet die Information an z.B. Muskeln weiter für Bewegung (Kältezittern), die Gefäße verengen sich, das Blut fließt schneller. Die Atmung wird flacher, damit die Wärme nicht so schnell aus dem Körper austritt.



Hyperthermie

Bei der Hyperthermie liegt der Ist-Wert über dem Soll-Wert. Der Soll-Wert wird hierbei aber nicht erhöht wie z.B. beim Fieber.


Fieber

Fieber ist gekennzeichnet dadurch, dass der Soll-Wert nach oben verschoben wird.
  • Fiebererzeugende Stoffe (Pyrogene) dringen in den Organismus ein
  • Bakterien und deren Toxine führen zur Aktivierung der Immunabwehr (weiße Blutkörperchen werden aktiviert)
  • Abbauprodukte der körpereigenen Zellen bewirken die Ausschüttung von Prostaglandine
  • Prostaglandine führen dazu, dass im Hypothalamus der Soll-Wert verschoben wird
  • Der Stoffwechsel und die Wärmebildung (z.B.: Kältezittern) wird hochgefahren
  • Körpertemperatur steigt

Körpermaßnahmen zur Wärmeregulation

  • Wärmebildung
  • Muskelzittern/Muskelaktion
  • Langsamere Atmung
  • Vasokonstriktion: Engstellung der Blutgefäße
  • Wärmeleitung
  • Luftdepot, Luftpolster durch Gänsehaut
  • Kältestrahlung

Wärmeabgabe

  • Evaporation, Schweißabsonderung, Verdunstung
  • Schnellere Atmung
  • Vasodilatation: Weitstellung der Blutgefäße
  • Wärmeleitung (Direkter Kontakt)
  • Wärmeströmung (durch Luft Wärmeabgabe)
  • Wärmestrahlung (keine direkte Berührung notwendig)

Atmung


Atmung

Die Atmung (auch Respiration - Einatmung = Inspiration, Ausatmung = Exspiration) ist ein Aspekt des Stoffwechsels. Im Gegensatz zum Austausch von (festen oder flüssigen) Nährstoffen und deren Abbauprodukte geht es dabei um die Aufnahme des zur Energieumwandlung notwendigen Gases Sauerstoff (O2) und die Ausscheidung des entsprechenden Stoffwechselproduktes Kohlendioxid (CO2)


Eigenschaften der Atmung

  • Atemtyp (Bauchatmung, Zwerchfellatmung, Mischatmung,Auxiliaratmung)
  • Atemfrequenz
  • Atemintensität
  • Atemrhythmus
  • Atemgeruch
  • Atemgeräusch
  • Dyspnoe

Physiologie


Die Zusammensetzung der Einatmungsluft ist:

  • Stickstoff 78%
  • Sauerstoff 21%
  • Edelgase 0.96%
  • Kohlendioxyd 0,04%
  • Wasserdampf
Die Zusammensetzung der Ausatmungsluft ist:

  • Stickstoff 78%
  • Sauerstoff 17%
  • Edelgase 0,96%
  • Kohlendioxyd 4,04%
  • H2O

Atmungsorgane


In der Reihenfolge der Einatmung:
  1. Nasenlöcher,
  2. Nasenrachen,
  3. Mund,
  4. Kehlkopf (Larynx),
  5. Trachea
  6. Bifurkation
  7. rechter und linker Hauptbronchus,
  8. Bronchien,
  9. Bronchiolen
  10. Alveolen

Hilfsmuskulatur



  • Intercostalmuskulatur,
  • Diaphragma
  • großer und kleine Brustmuskel
  • Hals- Bauch. Rückenmuskulatur

Äußere Atmung und innere Atmung


  • Die äußere Atmung meint die eigentliche Tätigkeit beim Einatmen mit Mund, Rachen und der Lunge: Ihre Bewegung (ausgeführt von der Atemhilfsmuskulatur) beim Ein- und Ausatmen und der dortige Gasaustausch per Diffusion in den Lungenbläschen (Alveolen).
  • die innere Atmung die biochemische Energieumwandlung (Oxidation) des Sauerstoffs in den Zellen. Der Sauerstoff wird mit dem Blut herantransportiert. Bei diesem Vorgang reagieren Nährstoffmoleküle in den Zellen mit O2 und setzen Energie frei. Als Abbauprodukt entsteht CO2, das nach dem Abtransportiert im Blut quasi als Abgas in die Ausatemluft "entsorgt" wird.

Atemfrequenz


  • Neugeborene: 40-45 Az/Min
  • Jugendliche/Kinder: 25-30 Az/Min
  • Erwachsene: 16-20 Az/Min

Atemgeräusch


  • Stridor: bedingt durch Verengungen der Luftwege
  • Schnarchen: dabei erschlafft die Muskulatur, die das Gaumensegel strafft und die Zunge fällt zurück 
  • Keuchen: bei körperlichen Belastung, Anstrengung
  • Rasseln: durch Sekret in der Trachea, Kehlkopf und Bronchien
  • Blubbern, brodelndes Atemgeräusch: Lungenödem
  • Pfeifen, Giemen: bei Asthma Brochiale; spastische Bronchitis


Atemgerüche

  • nach Früchten: Aceton, Koma diabeticum
  • nach Ammoniak: Niereninsuffizienz, urämisches Koma
  • jauchig faulig: Pneumonie, Lungengangrän, Bronchiektasen
  • nach Urin: ausgeprägte Niereninsuffizienz



Sonntag, 16. Dezember 2012

Blutdruck + Messung

Blutdruck

Blutdruck ist die Kraft, die das Blut auf die Gefäßwand der Arterien und Venen ausübt, gemessen in mmHg, maschinell auch in kPa (1kPa = 7.5 mmHg). Im medizinischen Sprachgebrauch ist mit Blutdruck immer der Druck in den größeren Arterien gemeint.

  • Systolischer Druck: maximaler Druck im Gefäß (Spitzendruck ), entsteht während der Kammersystole (Anspannungszeit und kurz danach in der Austreibungszeit des Herzens)
  • Diastolischer Druck: der (niedere Wert = ) mindeste Druck im Gefäß während der Kammerdiastole (Erschlaffungszeit und Auffüllzeit des Herzens); wird auch in der Zeit zwischen 2 Herzschlägen nicht unterschritten und ist ein Maß für die Dauerbelastung der Gefäßwände
  • Mitteldruck: mittlerer Druck zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck, entspricht nicht exakt dem arithmetischen Mittel (MAD oder MAP [mean arterial pressure]; er liegt zwischen dem systolischen und diastolischen Druck (BDm = [BDs– BDd] / 3 + BDd) und wird bei der direkten Messung automatisch berechnet und gilt in der Intensivmedizin als zuverlässige Größe für die Organdurchblutung)
  • Amplitude: (auch "Pulsdruck", engl. "pulse pressure";) Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck

Normalwerte


Je nach Belastungen, Tagesrhythmus und Lebensalter variieren die Normalwerte:

  • bei Frühgeborenen 1000g-2000g: 45-50 mmHg (systolischer Wert)
  • beim Neugeborenen über 2000g: 70-80 mmHg (systolischer Wert)
  • beim Säugling: etwa 75-85 mmHg (systolischer Wert)
  • bei Kleinkindern: etwa 95/60 mmHg
  • Schulkinder 6-9 Jahre: etwa 100/60 mmHg
  • Schulkinder 9-12 Jahre: etwa 110/70 mmHg
  • Jugendliche / Erwachsene: etwa 120/80 mmHg
  • Ältere Menschen: etwa 140/90 mmHg

Blutdruck-Messung

Die Messung des Blutdrucks erfolgt in der Regel immer am gleichen Arm und in der gleichen Position (liegend, sitzend, stehend) und möglichst zur gleichen Tageszeit, um einen Vergleich zu ermöglichen. Der Blutdruck ist in der Regel an beiden Armen fast gleich. Die Ansicht, der Blutdruck sei am linken Arm höher, weildieser näher am Herzen sei, ist anatomisch falsch. Signifikante Unterschiede zwischen den Armen ergeben sich meist aus anatomischen oder pathologischen Besonderheiten.

Die Messung (allgemeines):
  • muss stets unter den gleichen Bedingungen erfolgen
  • in Ruhe
  • immer im Liegen, Sitzen od. Stehen
  • immer am gleichen Arm
Kontraindikationen:
  • bei Lymphödem
  • bei Parese/Plegie
  • bei venösen oder arteriellen Gefäßzugängen 
  • bei einem Dialyse-Shunt
  • nach Ablatio Mammae

Durchführung

Direkte Messung

Material
  • geeignete Manschette mit passender Breite mit Verschluss und kleinem Ballon mit Ventil
  • Messeinheit mit Manometer
  • Stethoskop mit Flachmembran

Vorgehen
  • Ruhepausen von 15 min vor Messung
  • Beengte Kleidung vom Arm entfernen
  • Manschette luftleer und straff am Arm anlegen, ableitende Schläuche nicht in die Ellenbeuge
  • Ventil schließen
  • Membran in der Ellenbeuge auflegen ( A. cubitalis ), dabei Puls der A. radialis fühlen
  • Manschette füllen bis kein Puls mehr tastbar und keine Geräusche hörbar
  • Manschettendruck um ca. 30 mmHg erhöhen
  • Ventil öffnen, Luft langsam entweichen lassen
  • Auf pulssynchrone Strömungsgeräusche = Korotkow Töne achten
  • Druckwert am Manometer ablesen, sobald erster Ton hörbar
  • Manschette weiter langsam leeren und beim letzten Ton den diast. Druck ablesen ( oder wenn Gräusche deutlich leiser werden )
  • Restluft ablassen, Manschette entfernen

Direkte Messung


Die invasive Blutdruckmessung, auch "blutige" Messung genannt, ist die direkte
Blutdruckmessung über einen in einer Arterie liegenden Katheter.
Die Vorteile der direkten Messung sind unter anderem:

  • eine kontinuierliche Messung (fortlaufend)
  • frühzeitiges Erkennen von Blutdruckschwankungen (auch über einen Alarm)
  • zusätzlich die Möglichkeit der arteriellen Blutentnahme für BGA


Über einen Transducer wird die über eine Wassersäule weitergeleitete Pulswelle in ein elektrisches Signal umgewandelt, das dann z. B. auf einem Monitor abzulesen ist.

Die häufigste Einführungs- oder Punktionsstelle, auch Insertionsstelle, für eine "Arterie" (so wird der Katheter oft im Fachjargon genannt) ist die Radialis, seltener die arteria ulnaris. In der Regel wird der Katheter durch die Seldinger-Technik gelegt.



Puls

Puls (lat. pulsus = Stoß)

Durch das Schlagvolumen des Herzens (70 -100 ml Blut pro Systole) wird eine bestimmte Blutmenge in das arterielle System gepumpt. Die Aortenwände erweitern sich infolge des Druckanstiegs und kehren durch ihre Elastizität wieder in die Ausgangsstellung zurück. Es entsteht eine wellenförmige Bewegung, die Pulswelle oder einfach Puls genannt wird. Die Anzahl der Herzkontraktionen entspricht der Anzahl des an der Peripherie fühl- und/oder sichtbaren Pulses.

Technik des Pulsfühlens
  • Patienten informieren
  • Es werden 3 Finger auf das volare (Hohlhandseite) Ende des Radius (Speiche) gelegt, der Daumen übt auf der Gegenseite (dorsal) einen Gegendruck aus
  • Der Patient hält sein Handgelenk entspannt oder legt es auf die Bettdecke
  • Üblicherweise zählt man mit einer Uhr, Stopp- oder Sanduhr die Pulsschläge während einer Viertelminute (mit 0 beginnen) und multipliziert das Ergebnis mit vier
  • Ist der Puls pathologisch verändert, sollte durchgehend eine Minute gezählt werden

Pulsmessstellen des Zentralen Pulses
  • Arteria carotis (Halsschlagader)
  • Arteria femoralis (Leistenarterie)
Pulsmessstellen des peripheren Pulses
  • A. radialis (Speichenarterie)
  • A. poplitea (Kniekehlenarterie)
  • A. dorsalis pedis (Fußrückenarterie)
  • A. tibialis posterior (hintere Schienenbeinarterie)
  • A. brachialis (Armarterie)
Normalwerte beim Pulsmessen
  • Embryos...................................: 160 - 180
  • Neugeborene...(1.-28. Tag).........: 140
  • Säuglinge.....(2.-12.Monat)..........: 120
  • Kleinstkinder.(1.-2. Lebensjahr)....: 100 - 120
  • Kleinkinder...(2.-5. Lebensjahr)....: 100 - 120
  • Schulkinder...(6.-14. Lebensjahr)..: 80 - 100
  • Jugendliche...(15.-17.Lebensjahr)..: 80
  • Erwachsene....(ab 18. Lebensjahr)..: 60 - 80

Beobachtungskriterien
  • Frequenz - Häufigkeit der Schlagfolge
  • Rhythmus - regelmäßig oder unregelmäßig
  • Spannung / Härte - abhängig vom Zustand der Gefäße
                    weicher Puls bei Hypotonie
                    harter Puls bei Hypertonie und Arteriosklerose
  • Füllung / Größe - abhängig vom Blutvolumenkleiner Puls bei Tachykardie
                    großer Puls bei Erhöhung des Schädelinnendrucks oder Aorteninsuffizienz
  • Schockpuls - klein, weich, fadenförmig, tachykard, kaum zu tasten
  • Druckpuls - ist ein großer, bradykarder, harter Puls - bei Hirndrucksteigerung


Bewusstsein, Bewusstseinsstörung

Bewusstsein

Das Bewusstsein ist die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge, willkürlich gesteuerte und un willkürliche Vorgänge wie die Gedanken, Gefühle, Träume und die Wahrnehmung. Damit ist das Wissen um das eigene Ich u. der Subjekthaftigkeit der Person und des Erlebten verbunden. Bei klarem Bewußtsein besteht in der Regel die Orientierung über die eigene Person, den (Aufenthalts-) Ort, die Situation und die Zeit. Diese Orientiertheit kann einfach erfragt werden.

Funktion des Bewusstseins

Funktionen des Bewußtseins sind die Summe aller geistigen und seelischen Einzelfunktionen wie :
  • Aufmerksamkeit
  • Denkfähigkeit
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Merkfähigkeit/Gedächtnis
  • Reproduktionsfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit
  • Vorstellungskraft
  • Handlungsvermögen
  • Orientierungsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Empfinden und Äussern von Gefühlen und Sinneseindrücken
  • Träume im Schlaf


Bewusstseinsstörung

Bewußtseinsstörungen sind Störungen des menschlichen Lebens.



quantitative Störungen

Auch Vigilanzstörungen od. Störungen der Vigilanz (=Wachheit) genannt. Ursachen können akute exogene Psychosen, SHT (Schädel-Hirn-Trauma), Apoplexie, Medikamente oder Stoffwechselentgleisung sein.

Benommenheit:
  • Denken u. Handeln sind verlangsamt
  • örtlich, zeitlich und zur Person orientiert
Somnolenz:
  • abnorme Schläfrigkeit
  • ist jederzeit weckbar
  • erschwerte Orientierung
  • Beantwortung leichter Fragen noch mögl
Sopor:
  • schlafähnl. Zustand
  • nur durch starke Reize weckbar
  • keine Reaktion auf Ansprache
  • Schutzreflexe sind erhalten
Koma:
  • tiefe Bewußtlosigkeit in versch. Stufen
  • anfangs noch Reaktion auf Schmerzreize, Schutzreflexe noch vorhanden
  • bei schweren Formen keine Reaktion mehr, schlimmstenfalls Ausfall der Atmung bei erhaltener Herzaktion
Der Schweregrad wird am Coma- Score gemessen = standardisierte Einschätzung des Schweregrades einer Bewusstseinsstörung. Kriterien sind verbale Reaktion, Augen öffnen, motorische Reaktion, motorische Reaktion auf Schmerzreize.




quantitativer Stadien


am Verhalten und den Äußerungen des Patenten sind veränderte Bewusstseinsinhalte zu erkennen

Bewusstseinseinstrübung:
  • mangelnde Klarheit des Erlebens
  • Patient ist verwirrt und desorientiert (akute exogene Psychose)
Bewusstseinseinengung:
  • Reduktion der Bewusstseinsinhalte
  • es erscheint nur noch ein kleiner Ausschnitt des Gesamterlebten im Bewusstsein
  • Patient wirkt fasziniert durch eine einzige Sache
  • er spricht auf Außenreize nur vermindert an (akute exogene Psychose)
Bewußtseinsverschiebung:
  • Gefühl einer allg. Intensitätssteigerung (Wachheit, Wahrnehmung, Erkenntnis),
  • Pat. wirkt ekstatisch, er schildert umfassende Erkenntnisse u. Einsichten (Manie, Drogen, Schizophrenie)

Vitalzeichen

Vitalzeichen

Der Begriff ist vom Lateinischen vitalis (zum Leben gehörend) abgeleitet. Vitalzeichen sind also Zeichen der Lebendigkeit. Die Kontrolle der Vitalzeichen hat einen großen Stellenwert in der Pflege, da aus Veränderungen der Vitalzeichen Schlüsse auf mögliche Erkrankungen gezogen werden können.

Vitalfunktionen erster Ordnung


Vitalfunktionen zweiter Ordnung

  • Elektrolythaushalt bzw. Wasser-Elektrolyt-Haushalt
  • Säure-Basen-Haushalt
  • Hormonsystem
  • Immunsystem-Status
  • Stoffwechsel
  • Zentraler Venendruck



Vitalzeichenkontrolle

Die Vitalzeichenkontrolle, kurz VZK, bedeutet die Kontrolle der lebenswichtigen Körperfunktionen (= Vitalfunktionen). Im engeren Sinne versteht man darunter die Kontrolle von Ansprechbarkeit (Bewusstsein), Kreislauf (Puls, Blutdruck)und Blutzucker. In der Praxis beinhaltet die VZK häufig, zumindest bei Auffälligkeiten, auch Atmung (Atemzüge je Min.) und die Körpertemperatur.

Freitag, 23. November 2012

Sonografie


Sonografie

Allgemeines

  • auch Echografie; umgangssprachlich Ultraschall genannt
  • bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe
  • entstehendes Bild → Sonogramm
  • Schallwellen unschädlich
  • Untersuchung ist schmerzfrei

Wichtiges Verfahren bei Differentialdiagnosen von

  • akuten Abdomen
  • Gallensteine
  • Beurteilung von Gefäßen + deren Durchlässigkeit
  • Schilddrüse, Niere, Herz
  • Harnwege + Blase
  • Eierstock- + Gebärmutteruntersuchung durch    vaginal eingeführte Sonde→ durch Kontrastmittel → verbesserte Diagnostik
  • durch Ultraschall können Krebs verdächtigte Herde entdeckt werden

Geschichte

  • während des 1. Weltkrieges erzeugte der Franzose Paul Langerin Ultraschallwellen im Wasser
  • → zur Ortung von U-Booten
  • im 2. Weltkrieg Entwicklung von Sonar
  • 1942 → 1. med. Anwendung durch Neurologen Karl Dussik
  • Ende der 1940'er Entwicklung von Sonografie in verschiedenen Fachrichtungen

Überblick

  • Schall mit Frequenz von 20 hHz bis 1 Ghz
  • in der Medizin von 1 – 40 Mhz
  • an Grenzfläche zwischen 2 „Stoffen“ → starke Reflexion ( besonders zwischen Luft und Wasser)
  • → wasserhaltiges Gel zwischen Sondenkopf und Hautoberfläche
  • Sonde sendet kurz gerichtete Schallwellenimpulse ab
  • → geringe Echogenität → schwarze Bildpunkte
  • → z.B. Flüssigkeiten
  • hohe Echogenität → weiße Bildpunkte
  • → z.B. Knochen, Gaseird von unterschiedlichen Gewebe reflektiert + gestreut = „Echogenität“

A – Bild – Methode

  • erste angewandte Methode
  • 1-dimensionale Darstellung verschieden tiefer Gewebeschichten
  • Darstellung von Bewegungen ist nicht möglich
  • hat heutzutage kaum mehr Bedeutung

B – Bild – Methode

  •  2-dimensionales Bild
  •  Echtzeitverfahren → kurze Bildaufbauzeiten →   bewegtes Bild entsteht
  •  Anwendungsgebiete:
  •  Suche nach Tumoren
  •  Kontrolluntersuchung in der Schwangerschaft
  •  Heutzutage Standartmethode
      
       3/4D – Sonografie

  • aus vielen 2D-Bildern entsteht 3D-Bild
  • Anwendungsgebiete:
                  bei der Geburtshilfe → zur Fehldiagnostik
                  Schilddrüse
                  weiblicher Brust
                  Bauchorgane
  • Durch Aneinanderreihung vieler Bilder in kurzer Zeit entsteht beinahe eine Echtzeitaufnahme
  • → 4-dimensionale Aufnahme

Doppler- Sonografie

  • Schallkopf sendet kontinuierlich oder sehr schnell Ultraschallwellen aus
  • treffen diese auf eine sich bewegende Grenzfläche werden diese Schallwellen reflektiert
  • → Frequenz verändert sich
  • Frequenzänderung ist unter anderem von der Strömungsgeschwindigkeit abhängig
  • → Doppler-Effekt
  • Darstellung als Fläche oder Ton
  • z.B. zur Überwachung der Herztöne von Ungeborenen


Farb – Doppler – Darstellung


  • Zeigt Geschwindigkeit + Richtung mit Farben an

→ Rot = Fluss in Richtung des Schallkopfes
→ Blau = Fluss vom Schallkopf weg
→ helle Farbtöne = schnelle Strömungen
→ dunkle Farbtöne = langsame Strömung